Finanzplan: Planrechnungen

Die finanziellen Planrechnungen stellen oft das Herzstück eines Businessplans dar und bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Häufig bereitet jedoch gerade die Erstellung dieses Teils des Businessplans Unternehmen am meisten Probleme. Oder mit anderen Worten: Gemäss unserer Erfahrung liegt hier das grösste Verbesserungspotenzial.

Was soll bei der Erstellung eines Finanzplanes beachtet werden?

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    Zahlen sollen logisch, konsistent und verständlich sein. Annahmen zu Berechnungen sollen kurz beschrieben werden.
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    Zur Überzeugung von Kreditgebern oder potentiellen Investoren sollen weitere Analysen wie Kapitalbedarfsermittlung, Liquiditätsplanung oder Szenarienanalyse aus dem Finanzplan abgeleitet werden können.
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    Werttreiber – also die kritischen Stellschrauben Ihres Geschäfts – sollten einfach erkannt und wertschaffende Handlungen daraus abgeleitet werden können. Der Finanzplan kann also auch als Planungsmodell verwendet werden.
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    Grundbausteine des Finanzplans sind Bilanz, Erfolgsrechnung und Cashflow-Rechnung.
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    Jedes Unternehmen unterscheidet sich in seiner Struktur: Ein Handelsunternehmen zeichnet sich durch andere Werttreiber aus als ein Produktionsunternehmen oder Dienstleistungsunternehmen. Entsprechend sind auch die Finanzpläne unterschiedlich.
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    Das Finanzmodell sollte möglichst flexibel und dennoch robust aufgebaut sein, um ohne grosse Anstrengung angepasst werden zu können.

Lesen Sie auch unseren Blog-Artikel «Finanzplanung: Typische Fehler bei Start-ups»

Unser Expertenteam erstellt individualisierte Businesspläne von jeglichem Schwierigkeitsgrad, angepasst an die Anforderungen und Wünsche unserer Kunden. Obige Kriterien werden bei der Erstellung konsequent berücksichtigt. Wir arbeiten nicht mit universellen Vorlagen, sondern bilden das Modell auf Basis der Inputdaten unserer Kunden.

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Finanzplan: Weitere Analysen

Szenarioanalyse

Oft besteht der Wunsch, verschiedene Szenarien in eine Planung einzubauen, um entsprechende Gegenmassnahmen vorzubereiten. Normalerweise werden drei Grundszenarien betrachtet: Ein negatives (Low Case), ein positives (High Case) und ein Standardszenario (Base Case). Das Standardszenario ist dabei das Wahrscheinlichste.

Diese Methode berücksichtigt unterschiedliche Faktoren, die den Gewinn eines Unternehmens beeinflussen und analysiert deren gegenseitige Abhängigkeiten. Zu den potenziellen Faktoren, die berücksichtigt werden, gehören: Anzahl der Kunden / Verkäufe, Prozentsatz der variablen oder fixen Kosten, Höhe der erforderlichen Investitionen, Steuern usw. Eine derartige Analyse ist komplex und eine Untersuchung aller genannten Faktoren ist nicht in jedem Fall erforderlich. Aus diesem Grund wird meistens lediglich der Einfluss der Anzahl der Kunden oder der Verkäufe analysiert.

Sensitivitätsanalyse

Die Sensitivitätsanalyse zeigt allgemein, welche Auswirkungen Veränderungen von Inputdaten auf das Endergebnis haben. Diese Analyse zeigt also, wie empfindlich ein System auf Änderungen reagiert.

Diese Analysemethode ermittelt, welche Faktoren einen mehr oder weniger grossen Einfluss auf die Rentabilität eines Unternehmens haben. Je grösser der Variationsbereich der Parameter der analysierten Faktoren ist, der einen positiven Einfluss auf die Rendite hat, desto nachhaltiger ist das Unternehmen bzw. das Projekt aufgestellt. Als variable Inputs können folgende Faktoren berücksichtigt werden: Verkaufsvolumen, Stückpreis, Investitionen, Betriebskosten, Zahlungsfristen, Darlehenszinsen, Discounts usw.

Eine der Schwächen dieser Analysemethode besteht darin, dass lediglich die Änderung ausgewählter Faktoren berücksichtigt wird. Gleichzeitig kann diese Anpassung zu einer Veränderung weiterer Faktoren führen, die in der Analyse nicht mehr berücksichtigt werden. Darüber hinaus zeigt diese Methode keine Wahrscheinlichkeit von Änderungen an Schlüsselfaktoren oder deren Kombination an.

Break-Even Analyse

Die Break-Even Analyse zeigt, wie viele Produkte produziert und abgesetzt (respektive Dienstleistungen verkauft) werden müssen, um nach Abzug aller Kosten weder Verlust noch Gewinn zu erwirtschaften. Das ist ein zentrales Instrument für die Unternehmensplanung.

Es wird eine Gesamtheit von folgenden Faktoren analysiert: Absatzmenge, Preis sowie variable als auch fixe Kosten. Bei der Break-Even-Analyse wird davon ausgegangen, dass drei der vier oben aufgeführten Faktoren angegeben sind und der Wert für den vierten Faktor berechnet wird. Diese Analyse beantwortet dem Unternehmen die Frage, wie viel oder zu welchem ​​Preis Waren / Dienstleistungen verkauft werden müssen, um rentabel zu bleiben.

Machtbarkeitsstudie

Eine Machbarkeitsstudie zeigt die Haupteinflussfaktoren einer Businessidee und hat zum Ziel, sogenannte “Make or Break” Faktoren zu identifizieren. Dafür werden die Lösungsansätze analysiert, Risiken identifiziert und Erfolgsaussichten abgeschätzt.

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Machbarkeitsstudie und Risikoanalyse. Identifizierte Risiken werden in einer Machbarkeitsstudie berücksichtigt und umgekehrt liefert die Machbarkeitsstudie die Datenbasis für ein realistisches Risikomanagement. Mehr zu Risikomanagement und Finanzierung bei Unsicherheit lesen Sie hier.

Kapitalplanung

Diese Analyse untersucht, wie viel Kapital ein Unternehmen benötigt, bis es profitabel wird. Ebenso wird gezeigt, ob die erwarteten Cash Flows einer Investition wirklich genug hoch sind, um einen Kredit zu bedienen. Die Liquidität eines Unternehmens wird stark von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Schwarze Zahlen in der Erfolgsrechnung bedeuten nicht immer, dass ein Unternehmen auch über ausreichende Liquidität verfügt. Das Thema wird besonders akut, wenn ein Unternehmen über ein sehr begrenztes Budget verfügt oder die ersten Anzeichen einer Unternehmenskrise erkennbar werden. Typisch ist eine Situation von knapper Liquidität und gleichzeitiger Profitabilität bei stark wachsenden Start-up, denn während die Gewinne periodengerecht abgegrenzt werden, zeigt der Cash Flow den tatsächlichen Geldabfluss.

Weitere Informationen zu den Besonderheiten der Kapitalplanung im Krisenfall finden Sie in unserem Artikel «Finanzplanung in der Krise: Erste Hilfe für Ihr Unternehmen».

Investitionsrechnung

Eine Investitionsrechnung wird hauptsächlich dann gemacht, wenn sich die Frage nach einer umfangreichen Investition stellt (ein Anteil von mehr als 50% am Unternehmen). Mit diesem Verfahren wird die Vorteilhaftigkeit einer Investition hinsichtlich Profitabilität geprüft und so findet eine objektive Entscheidungsfindung für oder gegen das Projekt statt. Die bewährtesten Methoden sind: Pay-Back-Methode, Kapitalwertmethode und interne Zinsfussmethode.

Besonders kleine Startups, die am Anfang ihrer Existenz stehen, sollten ein starkes Augenmerk auf diesen Aspekt richten. Sie benötigen am häufigsten weiteres Kapital. Da die Risiken bei der Finanzierung von Startups besonders hoch sind, müssen diese Investitionen besonders sorgfältig analysiert werden.

Unternehmensbewertung

Durch verschiedene Verfahren kann der faire Wert eines Unternehmens bestimmt werden. Der Nutzen einer solchen Bewertung ist in folgenden zwei Fällen wichtig:

  • Solange sich das Unternehmen in einer Phase der aktiven Entwicklung befindet und Investoren angesprochen werden sollen, zusätzliches Kapital für Wachstum bereitzustellen. Mehr zur Analyse zur Finanzierung des Kapitaleinsatzes lesen Sie hier.
  • Das Unternehmen ist bereits weitgehend entwickelt und die Eigentümer verspüren den Wunsch bzw. suchen eine Option, das Unternehmen zu verkaufen.

In diesen Fällen besteht oft Unsicherheit über den Wert des Unternehmens und einen angemessenen Preis. Durch unterschiedliche Verfahren kann ein fairer Wert des Unternehmens ermittelt werden.